⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 09.09.2026
Schweizer Pensionskassen setzen verstärkt auf Immobilieninvestitionen, um den Herausforderungen des aktuellen Zinsumfelds zu begegnen. Ein Trend, der weitreichende Auswirkungen auf die Altersvorsorge und den Immobilienmarkt haben könnte.
- Pensionskassen investieren 22% in Immobilien.
- Fokus auf Schweizer Wohnimmobilien.
- Erwartungen an den Immobilienboom bleiben hoch.
Schweizer Pensionskassen stehen vor einer entscheidenden Wende in ihrer Anlagestrategie. Angesichts der anhaltend niedrigen Zinsen und der Unsicherheiten an den Aktienmärkten haben viele Kassen beschlossen, ihren Immobilienanteil zu erhöhen. Im Jahr 2023 betrug der Anteil der Immobilieninvestitionen bereits 22% der gesamten Anlagen, ein Anstieg von 14% im Jahr 2004. Diese Entwicklung zeigt, dass Pensionskassen zunehmend auf Immobilien setzen, um stabile Renditen zu erzielen und den Herausforderungen des aktuellen Zinsumfelds zu begegnen.
Was sind die Gründe für den Anstieg der Immobilieninvestitionen?

Die Entscheidung der Pensionskassen, verstärkt in Immobilien zu investieren, ist vor allem durch die Suche nach stabilen Erträgen motiviert. In einem Umfeld, in dem Zinsprodukte wie Obligationen kaum noch Rendite abwerfen, wird die Immobilienanlage immer attraktiver. Laut Romano Gruber, einem Immobilienexperten bei PPC Metrics, spüren die Pensionskassen einen zunehmenden Anlagenotstand. Die Renditen von Schweizer Immobilien haben in den letzten zehn Jahren mehr als 60% erreicht, während ausländische Immobilien nur 24% Rendite erzielten und zudem volatiler waren.
Ein weiterer Grund für den Fokus auf Immobilien ist die Vertrautheit der Pensionskassen mit dem Schweizer Markt. Rund 50% der Pensionskassen investieren ausschließlich in Schweizer Immobilien, da diese leichter zu besichtigen und zu bewerten sind. Zudem müssen die Renten in Schweizer Franken ausgezahlt werden, was das Währungsrisiko bei ausländischen Investitionen minimiert.
Wie sieht die aktuelle Marktlage aus?
Die Immobilienquote der Pensionskassen liegt derzeit bei durchschnittlich 24,3%. Dies zeigt, dass der Immobiliensektor eine der wichtigsten Anlageklassen nach Aktien und Obligationen darstellt. Trotz der hohen Quote planen über 40% der Pensionskassen, ihren Immobilienanteil weiter auszubauen, insbesondere im Bereich der Wohnimmobilien. Diese Tendenz wird durch eine Umfrage der Hochschule Luzern unterstützt, die zeigt, dass 47% der befragten Kassen in den nächsten drei Jahren ihre Investitionen in Wohnimmobilien erhöhen wollen.
Die Pensionskassen sind sich jedoch auch der Risiken bewusst, die mit einer weiteren Aufstockung ihrer Immobilieninvestitionen verbunden sind. Viele institutionelle Investoren erwarten, dass der Boom im Immobiliensektor bald enden könnte, was zu einer gewissen Unsicherheit führt. Dennoch bleibt die Nachfrage nach Wohnimmobilien in der Schweiz hoch, was die Pensionskassen dazu ermutigt, weiterhin in diesen Bereich zu investieren.
Welche Herausforderungen gibt es für Pensionskassen?
- 22% der Anlagen von Pensionskassen in Immobilien (2023)
- 47% der Pensionskassen planen, Wohnimmobilien auszubauen
- Durchschnittliche Immobilienquote: 24,3%
Ein zentrales Problem, mit dem Pensionskassen konfrontiert sind, ist die Verfügbarkeit von geeigneten Immobilien. Romano Gruber weist darauf hin, dass es in der Schweiz nicht genügend Angebote gibt, um das wachsende Investitionsvolumen zu decken. Dies könnte dazu führen, dass Pensionskassen Abstriche bei der Qualität oder Rendite ihrer Investitionen machen müssen. Zudem könnte ein Anstieg der Immobilienpreise die Rentabilität der Investitionen beeinträchtigen.
Ein weiteres Risiko ist die regulatorische Unsicherheit. Die zunehmenden Bauvorschriften und der stärkere Mieterschutz könnten den Aufwärtstrend im Immobilienmarkt bremsen. Pensionskassen müssen daher sorgfältig abwägen, in welche Immobilien sie investieren und welche Risiken sie bereit sind einzugehen.
Wie reagieren Pensionskassen auf die Marktentwicklung?
Die Pensionskassen zeigen sich jedoch optimistisch und planen, ihre Investitionen in nicht kotierte Immobilienvehikel zu erhöhen. Rund 40% der befragten Kassen gaben an, dass sie sich zunehmend für diese Anlageform interessieren. Im Gegensatz dazu planen etwa 30% der Kassen, ihren Anteil an börsenkotierten Immobilienfonds zu reduzieren. Diese Entwicklung könnte darauf hindeuten, dass Pensionskassen versuchen, ihre Portfolios zu diversifizieren und sich von den Schwankungen der Aktienmärkte unabhängig zu machen.
Die Präferenz für Wohnimmobilien bleibt stark, da diese als stabilere Anlageform gelten. Pensionskassen sind sich bewusst, dass die Bruttorenditen ausländischer Immobilien zwar höher sein können, jedoch auch höhere Risiken mit sich bringen, insbesondere in Bezug auf Währungsrisiken und Marktvolatilität. Daher bleibt der Fokus auf dem Schweizer Wohnimmobilienmarkt, der als sicherer Hafen gilt.
Fazit: Ein Blick in die Zukunft

Die Entscheidung der Schweizer Pensionskassen, ihre Immobilieninvestitionen aufzustocken, ist ein klarer Indikator für die aktuelle Marktentwicklung und die Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert sind. Während die Nachfrage nach Wohnimmobilien in der Schweiz hoch bleibt, müssen Pensionskassen auch die Risiken und Unsicherheiten im Blick behalten. Die kommenden Jahre werden entscheidend sein, um zu sehen, ob der Immobilienboom anhält oder ob die Pensionskassen ihre Strategien anpassen müssen, um den sich verändernden Marktbedingungen gerecht zu werden.
Häufige Fragen
Warum investieren Pensionskassen in Immobilien?
Wie hoch ist der Anteil der Immobilieninvestitionen?
Welche Risiken sind mit Immobilieninvestitionen verbunden?
Wie planen Pensionskassen ihre Immobilieninvestitionen zu erhöhen?
Was sind die langfristigen Erwartungen für den Immobilienmarkt?
Quellen: Google News
Symbolbild: Schweizer Pensionskassen investieren in Immobilien · Foto: Bryan Dijkhuizen / Pexels


