⏱ 4 Min. Lesezeit · Stand: 04.07.2026
Das neue Altersvorsorgedepot, das die Riester-Rente ablösen soll, bietet verbesserte Konditionen und höhere staatliche Zulagen. Ab dem 1. Januar 2027 können Sparer von diesen Vorteilen profitieren.
- Selbstständige sind nun förderberechtigt.
- Die Grundzulage steigt auf 50 Cent pro Euro.
- Kostendeckel für Standardprodukte sinkt auf 1 Prozent.
Das neue Altersvorsorgedepot, das die Riester-Rente ablösen soll, wird ab dem 1. Januar 2027 in Deutschland verfügbar sein. Die Reform der privaten Altersvorsorge bringt zahlreiche Verbesserungen mit sich, die sowohl für Angestellte als auch für Selbstständige von Bedeutung sind. Die größte Überraschung der Einigung ist die Aufnahme aller Selbstständigen in den Kreis der Förderberechtigten, die zuvor von der Riester-Rente ausgeschlossen waren. Dies ist besonders wichtig, da Selbstständige häufig von Altersarmut betroffen sind.
Was ist das Altersvorsorgedepot?

Das Altersvorsorgedepot ist ein neues staatlich gefördertes Produkt zur privaten Altersvorsorge, das eine Kombination aus Eigenbeiträgen und staatlichen Zulagen bietet. Im Gegensatz zur Riester-Rente, die auf garantierte Einzahlungen setzte, wird das neue Depot stärker auf den Kapitalmarkt ausgerichtet sein. Sparer können in ETFs, Fonds oder Anleihen investieren, was langfristig höhere Renditechancen verspricht. Die Reform zielt darauf ab, die private Altersvorsorge einfacher, kostengünstiger und renditestärker zu gestalten.
Verbesserte staatliche Zulagen
Ein zentrales Merkmal des neuen Altersvorsorgedepots sind die deutlich erhöhten staatlichen Zulagen. Die Grundzulage steigt von den ursprünglich geplanten 30 Cent auf 50 Cent pro eingezahltem Euro. Dies gilt sofort ab dem Start im Jahr 2027, nicht erst ab 2029, wie im ersten Entwurf vorgesehen. Für die ersten 360 Euro im Jahr erhalten Sparer somit 50 Cent pro Euro, für jeden weiteren Euro bis 1.800 Euro gibt es noch 25 Cent. Die maximale Grundzulage beträgt damit 540 Euro pro Jahr.
Zusätzlich profitieren Familien von einer Kinderzulage, die nun bereits ab einem monatlichen Eigenbeitrag von 25 Euro erreicht werden kann. Eine Familie mit zwei Kindern, die 25 Euro monatlich einzahlt, kann somit bis zu 1.050 Euro im Depot ansparen, was einer Förderquote von 250 Prozent entspricht. Diese Änderungen machen das Altersvorsorgedepot besonders attraktiv für Geringverdiener und Familien.
Kostendeckel und Transparenz
- Startdatum: 1. Januar 2027
- Maximale Grundzulage: 540 Euro pro Jahr
- Kostendeckel: 1 Prozent Effektivkosten
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Reform ist der gesenkte Kostendeckel für Standardprodukte. Dieser liegt nun bei maximal 1 Prozent der Effektivkosten, was eine Senkung im Vergleich zu den ursprünglich geplanten 1,5 Prozent darstellt. Verbraucherschützer hatten eine noch niedrigere Grenze gefordert, während die Versicherungsbranche auf 1,5 Prozent bestand. Der Kompromiss liegt nun zwischen diesen beiden Positionen. Wer selbst günstige ETFs auswählt, kann sogar nur 0,1 bis 0,2 Prozent zahlen.
Neu ist auch, dass ein öffentlicher Träger ein eigenes Standarddepot anbieten wird. Dieses soll transparent und kostengünstig sein und als Brücke zur Frühstart-Rente für Kinder dienen. Diese Maßnahme könnte den Kostendruck auf private Anbieter zusätzlich erhöhen und den Wettbewerb im Bereich der Altersvorsorge fördern.
Aktives Sparen wird belohnt
Das neue System belohnt aktives Sparen deutlich stärker als die Riester-Rente. Wer monatlich 100 Euro in das Altersvorsorgedepot einzahlt, erhält eine Förderung von 390 Euro obendrauf. Im Vergleich dazu gab es bei der Riester-Rente für denselben Betrag lediglich eine feste Förderung von 175 Euro, unabhängig vom Eigenbeitrag. Diese neue Struktur fördert nicht nur das Sparen, sondern auch die Eigenverantwortung der Sparer.
Vorbereitung auf den Start
Mit dem bevorstehenden Start des Altersvorsorgedepots am 1. Januar 2027 wird erwartet, dass hunderttausende Sparer gleichzeitig versuchen werden, ein Depot zu eröffnen. Dies könnte zu überlasteten Systemen, langen Wartezeiten bei der Identitätsprüfung und verzögerten Freischaltungen führen. Jeder Tag Verzögerung ist ein Tag ohne Förderung, da die Zulagen nicht rückwirkend fließen. Daher ist es ratsam, bereits jetzt bei einem Anbieter wie finanzen.net ZERO ein kostenloses Depot zu eröffnen, um die Identitätsprüfung rechtzeitig abzuschließen und am 1. Januar direkt starten zu können.
Fazit

Das Altersvorsorgedepot stellt eine signifikante Verbesserung gegenüber der bisherigen Riester-Rente dar. Mit höheren Zulagen, einem gesenkten Kostendeckel und der Einbeziehung von Selbstständigen wird es zu einem attraktiven Produkt für die private Altersvorsorge. Sparer sollten die neuen Möglichkeiten nutzen und sich frühzeitig auf den Start vorbereiten, um von den Vorteilen zu profitieren.
Häufige Fragen
Was ist das Altersvorsorgedepot?
Wie hoch sind die staatlichen Zulagen?
Wer kann das Altersvorsorgedepot nutzen?
Wie hoch sind die Kosten für das Depot?
Wann sollte ich ein Depot eröffnen?
Quellen: finanzen.net
Symbolbild: Altersvorsorgedepot für die Zukunft · Foto: Monstera Production / Pexels


